Attention Deficit–Hyperactivity Disorder and Month of School Enrollment

Timothy J. Layton / Michael L. Barnett / Tanner R. Hicks / Anupam B. Jena
The New England Journal of Medicine, 2018
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Die Studie umfasste über 400‘000 Kinder. Anhand von Versicherungsdateien wurden die Häufigkeit der ADHS-Diagnosen und medikamentösen Therapie bei Einschulung zwischen den jüngsten und den ältesten Kindern des Jahrgangs verglichen. Die jüngsten Kinder erhielten deutlich häufiger die Diagnose ADHS und wurden auch häufiger medikamentös behandelt.

Young age at school entry and attentiondeficit hyperactivity disorder-related symptoms during primary school

Results of a prospective cohort study conducted at German Rudolf Steiner Schools

Janine Wendt et al.
BMJ Open, 2018
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3079 Kinder wurden bei Schuleintritt sowie im zweiten und vierten Schuljahr untersucht und ihre Lehrer und Eltern zum Verhalten der Kinder befragt. Es zeigte sich, dass junges Alter bei Einschulung häufiger mit ADHS-Symptomen verbunden war im Vergleich zu älter eingeschulten Kindern.

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen in der ambulanten Versorgung in Deutschland

Teil 2 - Zusammenhang zwischen ADHS-Diagnose- und Medikationsprävalenzen und dem Einschulungsalter

A. Wuppermann / H. Schwandt / R. Hering / M. Schulz / J. Bätzing-Feigenbaum
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi).
Versorgungsatlas-Bericht Nr. 15/11, Berlin 2015
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Die Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung bei Kindern und Jugendlichen in der ambulanten Versorgung in Deutschland Um den Zusammenhang zwischen ADHS-Diagnose und Einschulungsalter bundesweit zu untersuchen, wurden die vollständigen vertragsärztlichen Abrechnungs- und Verordnungsdaten von 2008 – 2011 für Kinder zwischen 4 und 14 Jahren untersucht bezüglich Häufigkeit von ADHS-Diagnosen und Medikation bezogen auf den Geburtsmonat und den Einschulungszeitpunkt. Da 85% der Bevölkerung kassenärztlich versichert sind, ist ein Querschnitt durch die Gesamtbevölkerung gegeben. Zudem lässt die Studie durch die unterschiedlichen Einschulungsstichtage in verschiedenen Bundesländern eine klare Zuordnung von ADHS-Prävalenz und Einschulungsalter zu. Es zeigte sich, dass bei den jüngsten Kindern des Jahrgangs die Diagnose deutlich häufiger gestellt wurde.

The Gift of Time?

School Starting Age and Mental Health

Thomas Dee / Hans Henrik Sievertsen
Stanford Center for Education Policy Analysis, 2015
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Die Studie basiert auf der dänischen Schülerpopulation, umfasst also viele Kinder, und fand ein deutlich erhöhtes Risiko für ADHS bei den jüngsten Kindern eines Jahrgangs. Die Symptome waren bei den betroffenen Kindern auch im Alter von elf Jahren unverändert vorhanden.

Influence of relative age on diagnosis and treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder in children

Richard L. Morrow MA / E. Jane Garland MD / James M. Wright MD PhD / Malcolm Maclure ScD / Suzanne Taylor PharmD / Colin R. Dormuth ScD
Canadian Medical Association Journal, 2012
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2012 wurde im Canadian Medical Association Journal eine über 900'000 Kinder umfassende Studie veröffentlicht, die zeigte, dass die jüngsten Kinder eines Jahrgangs ein deutlich höheres Risiko tragen, die Diagnose AD(H)S zu bekommen und dass für diese Kinder auch ein deutlich höheres Risiko besteht, mit Methylphenidat oder verwandten Medikamenten behandelt zu werden. Die Forscher sahen die Gesundheit junger Kinder gefährdet, weil hier ein normaler Entwicklungsstand durch zu frühe Einschulung zu einer Fehldiagnose und zu einer Therapie mit Psychopharmaka bei eigentlich gesunden Kindern führte. Betrachtet man die gravierenden Auswirkungen einer langfristigen Behandlung mit diesen Medikamenten bei einer so großen Gruppe von Kindern und die Folgen des geringen Selbstwertgefühls bei ebendiesen Kindern, so muss man die aktuelle Situation als alarmierend bezeichnen.

Die Long-Life-Formel

Die wahren Gründe für ein langes und glückliches Leben

Howard Friedman / Leslie Martin / Andreas Nohl (Übersetzer)
Beltz, 2012
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Diese Studie untersuchte verschiedenste Faktoren und verband sie mit der Lebenserwartung. Sie umfasste 1500 Probanden und wurde 1921 von Lewis Lerman an der Stanford University California begonnen und über Jahrzehnte weitergeführt. Sie liegt in Buchform vor, seit 2012 auch in deutscher Übersetzung. Sie kam zu alarmierenden Ergebnissen. Neben vielen anderen Problemen wie mentale Anpassungsschwierigkeiten und Alkoholmissbrauch führte eine frühe Einschulung mit frühem intellektuellem Lernen sogar zu einer verkürzten Lebenszeit.

Does when you are born matter?

The impact of month of birth on children’s cognitive and non-cognitive skills in England

Claire Crawford / Lorraine Dearden / Ellen Greaves
Institute for Fiscal Studies, 2011
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In Großbritannien ist der Stichtag der 31.08., Septemberkinder sind also die ältesten Kinder eines Jahrgangs. Ergebnisse: Die jüngsten Kinder eines Jahrgangs zeigen im Durchschnitt schlechtere Leistung, sind häufiger Mobbing-Opfer, ihre akademischen Chancen sind geringer, dies unabhängig vom Bildungs- oder sozioökonomischen Status der Eltern.

Im Frühjahr geborene Kinder haben schlechtere Bildungschancen

Hendrik Jürges / Kerstin Schneider
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, 2006
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Die Empfehlungen von Grundschulen für den Besuch einer weiterführenden Schule haben einen großen Einfluss auf die weiteren Bildungs- und späteren Erwerbschancen von Kindern. Bildungsforscher weisen seit längerem darauf hin, dass die Zuordnung der Schülerinnen und Schüler zu den verschiedenen Schultypen gegenwärtig zu früh erfolgt, die Prognosen unnötig fehlerbehaftet sind und dass die Empfehlungen der Grundschulen Kinder aus sozial benachteiligten Gesellschaftsschichten diskriminieren. Die fehlende Chancengleichheit ist aber nicht nur auf soziale Ungleichheit zurückzuführen. Vielmehr hängen die Bildungschancen im bestehenden Schulsystem auch erheblich vom Geburtsmonat ab. Kinder, die kurz nach dem für die Einschulung relevanten Stichtag geboren werden, sind bei ihrer Einschulung fast ein Jahr älter als solche, die kurz vor dem Stichtag geboren werden. Dieser Altersunterschied ist mit einer um 8 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, in der vierten Klasse eine „Gymnasialempfehlung“ zu erhalten.

Child psychiatric disorder and relative age within school year

cross sectional survey of large population sample

Robert Goodman / Julia Gledhill / Tamsin Ford
British Medical Journal, 2003 (BMJ 2003/327/472)
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Diese Studie umfasst über 10'000 Kinder und wies nach, dass ein frühes Einschulungsalter ein unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung von psychischen und psychiatrischen Störungen im späteren Leben ist.

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